News - Formulastudent UK 200519.07.05
Der erste Tag
Nach einer langen Fahrt mit über 1200 km ist das Running-Snail Team gut auf dem Zeltplatz in Sibbertoft, England, angekommen. Womit keiner wirklich rechnete, bereits am ersten Tag an dem nur der Stand aufgebaut wurde, bekam das Team hohen Besuch. Kein geringerer als der technische Direktor des Ferrari Formel 1-Team, Herr Ross Brawn, konnte an unserem Stand begrüsst werden.
Der zweite Tag
Heute, am 8. Juli, standen erst einmal alle technischen Überprüfungen auf dem Programm, so wurde das Fahrzeug beim "scrutineering" bis ins kleinste Detail überprüft. Im Anschluss daran musste sich das Team beim "cost-event" beweisen und bei einzelnen Bauteilen (einer Zündkerze und einem Gasseilzug) den Herstellungsprozess erklären können. Hier war technisches Verständnis und natürlich auch Kenntnisse im technischen Englisch erforderlich. Danach wurde die Motorlautstärke gemessen, auch diesen Test bestand unser RS 05-FZS. Beim abschliessenden Bremsentest bekam das Running-Snail Team den heiß begehrten vierten Aufkleber und darf damit nun an den "dynamic events" teilnehmen.
Die statischen Veranstaltungen wurden mit dem "presentation event" um 17.45 Uhr abgeschlossen, das Team und hier speziell die Fahrer müssen sich nun auf der Strecke mit der zahlreichen Konkurenz messen.
Für morgen stehen schon die ersten Fahrwettbewerbe an, über die wir ebenso informieren werden.
Der dritte Tag
Am dritten Tag standen nun endlich die dynamischen Events an, bei denen nun das Fahrzeug beweisen kann, wie gut es wirklich ist..
Diese Disziplinen gliedern sich wie folgt:
Beschleunigung: Hier wird die Beschleunigung auf einer Strecke von 75 Metern ermittelt. Zwei Fahrer haben 2 Versuche, der beste dieser 4 Versuche wird gewährtet.
Skidpad (8er Kurs): Dieser wie eine 8 aufgebaute Kurs musste pro Durchgang 2mal rechtsherum und 2 mal links herum durchfahren werden. Wieder haben 2 verschiedene Fahrer des Teams die Chance die beste Zeit herauszuholen.
Autocross: Ein schneller und kurvenreicher Kurs, der ein gutes Handling des Fahrzeugs verlangt. Wieder dürfen 2 Fahrer des gleichen Teams nacheinander auf 2 Runden beweisen wie gut das Auto ist.
Endurace (Ausdauer): Eine Strecke ähnlich dem Autocross mit schnellen und sehr langsamen Kurven und Geraden auf der immer 3-5 Kontrahenten gleichzeitig fahren (Überholen erlaubt). Hier ging es um die Langstreckentauglichkeit des Fahrzeugs. Jeder der 2 Fahrer des Teams darf 11km seinen Boliden um den Kurs jagen. Nach den ersten 11 km ist nur eine kurzer Fahrerwechsel erlaubt, der nicht länger als 3 Minuten dauern darf.
Als erstes stand die Beschleunigung über 75 Meter auf dem Plan, bei der unsere Rennschnecke, oder "The German-Tank" wie unser Rennwagen wegen seines Gewichtes scherzhaft betitelt wurde, seine Sprintfertigkeiten unter beweis stellen konnte. Mit einer Zeit von 04:82 Sekunden bewegten wir uns im Mittelfeld und als Newcommer in guter Gesellschaft.
Danach ging es zum so genannten "Skid-Pad". Wiederum erlangten wir mit einer Zeit von 05:62 rechts und 05:67 links herum einen Platz im Mittelfeld.
Da wir noch Zeit hatten und unser Fahrzeug am letzten Tag nicht zu sehr zu strapazieren wollten, entschieden wir uns den Autocross gleich mit zu erledigen und erreichten eine Zeit von 35:25, die uns ebenfalls im Mittelfeld platzierte. Ein Platz unter den Top 15 währe uns sicher gewesen, aber nachdem unser bester Fahrer, wohlgemerkt nach Ende der Runde, ein paar Pylonen verschob, wurde die Zeit durch die Addition der Strafsekunden je Pylone nicht mehr gewährtet.
Alles in allem ein doch recht erfolgreicher Tag, der uns für das am Sonntag anstehende Ausdauerrennen Hoffnung machte.
Der letzte Tag
Die letzte und längste Aufgabe steht bevor, der Endurance und Economy Event, bei dem die Haltbarkeit und der Verbrauch des Fahrzeugs bewertet wird.
Der Tag fängt arbeitsreich an, denn am Abend zuvor wurden wir uns einig noch eine Veränderung an unserem Boliden vorzunehmen und bis 10Uhr musste dies geschehen sein, also ran an die Bleche und Schraubendreher und frisch ans Werk.
Nach den Umbauarbeiten (Luftleitbleche zur Kühlung der Bremsen) und der Abnahme durch die Judges konnten wir an den Start gehen.
Und es lief gut. Der erste Abschnitt des Ausdauerrennens wurde ohne Auffälligkeiten abgelegt und es kam zum Fahrerwechsel, der binnen 3 Minuten abgeschlossen sein musste. Auch dies war kein Problem für unsere Crew. Während des 2ten Teils wurden wir vom englischen Moderator sehr gelobt: "Nice Car with Number 23, nice driving fast, smooth and good acceleration...." was soviel heißt wie, dass unser Auto sehr gut auf der Strecke lag.
Doch plötzlich vor der letzten Runde wurde unsere Rennschnecke von den Verantwortlichen an die Box gerufen. Der Grund dafür war etwas Wasserdampf aus dem Kühlwasser-Ausgleichsbehälter (nichts ungewöhnliches bei 32°C).
Nach ca. 5 Minuten hätten wir die letzte Runde beenden dürfen, doch es streikte die nun ca. 80 Grad heiße Batterie und die bedeutete unser Aus in diesem wichtigen Event.
Es wäre zu schön gewesen, wenn wir schon beim ersten Auftreten einen Platz unter den Top 20 ergattert hätten.
Etwas gedrückt und niedergeschlagen schoben wir den Boliden wieder an unseren Stand.
Auf dem Weg dorthin erhielten wir noch von einigen Teams ein großes Lob für unsere Konstruktion und unser, sowohl für einen Newcommer als auch für einen alten Hasen, gutes Abschneiden.
Insgesamt konnten nur rund 20 von 58 Mannschaften das Ausdauerrennen beenden.
Das Fazit
Es war ein sehr schönes und lehrreiches Erlebnis für alle Beteiligten und wir wurden für unsere Mühen mit den Preis "Bester Newcomer 2005" belohnt.
Wir fanden Gleichgesinnte und hatten Spaß.

























